Innenstadt Köln: Et Trömmelche jeht!
| Profile auf kon-ii.de | |
| › | Immobiliennetzwerk Rhein-Ruhr |
Tags
Köln, Marktentwicklung, LÜHRMANN, Achim Weitkamp, Einzelhandel
Für Sie gelesen
Köln bleibt eine wachsende Stadt mit guten Zukunftschancen, in der sich die positive Marktentwicklung der Immobilien in der besten Innenstadtlage fortsetzt und weiterhin erstklassige Spitzenmieten erzielt werden. Darauf weist das auf innerstädtische Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Maklerhaus LÜHRMANN hin. Vor allem in der Schildergasse werden Ladenlokale auch in diesem Jahr wieder sehr stark nachgefragt, das zeigt sich schon jetzt, in den ersten Wochen des neuen Jahres.
Sind die Jecken los, herrscht in Köln der Ausnahmezustand. Alaaf heißt es vor allem in den letzten Tagen vor Aschermittwoch, wenn die Maskerade am Rosenmontagsumzug ihren Höhepunkt findet. Doch nicht nur für Karnevalisten ist das Treiben eines der Highlight des Jahres, die Session ist gleichzeitig ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, deren Finale für viele Branchen zur umsatzstärksten Zeit des gesamten Jahres gehört. Der Handelsverband Deutschlands (HDE) berichtet von alleine 540.000 zusätzlichen Taxifahrten und über 200.000 Friseurbesuchen extra. Nicht zuletzt der über sechs Kilometer lange „Zoch“ erregt weltweites Aufsehen. Zahlreiche Karnevalisten pilgern seinetwegen in die Rheinstadt und feiern ausgelassen – ganz zur Freude von Brauern, Köbessen und der Hotelbetreiber.
Neben den Gastronomiebetrieben und der Bierbranche profitiert aber auch der Einzelhandel von der kollektiven Narretei und verbucht Umsätze fast wie zur Weihnachtszeit. Dabei gehen nicht nur Kostüme, Schminke und Luftschlangen über die Ladentheken. Der Karneval ist wichtig für das gesamte Geschäft. In den Tagen vor und nach dem Umzug treibt er die Kunden in die Fußgängerzone, sei es in den Innenstädten auch noch so kalt und ungemütlich. Da passt es, dass gleichzeitig vielerorts das Winterendgeschäft mit satten Preisrabatten lockt.
Ob Shopping oder Karneval, wie sollte es in Köln auch anders ein, im Mittelpunkt steht stets der Dom. Dort, wo am Rosenmontag das Prinzenpaar in die Fernsehkameras winkt, befindet sich anderntags der Ausgangspunkt des innerstädtischen Einzelhandels. Von hier aus zieht sich die 1A-Lage über die Hohe Straße bis hin zur Hochfrequenzlage Schildergasse und erstreckt sich im weiteren Verlauf in Richtung Neumarkt. In den letzten Jahren wird auch die Ehrenstraße, früher ausschließlich interessant für kleine Szenelabels, immer attraktiver für Filialisten; ähnliches gilt für die Mittelstraße.
„Geht es beim Rheinrivalen Düsseldorf gern mal etwas luxuriöser zu, ist Kölns Innenstadt ein beliebtes Expansionsziel vorrangig junger, progressiver Konzepte. Das brachte der Stadt vor einigen Jahren den (inoffiziellen) Titel der Hauptstadt des Konsums ein. Daran hat sich bis heute nichts geändert, der Standort ist noch immer mutig und setzt mitunter auch Trends. Von diesem Image wollen die populärsten Filialunternehmen unserer Zeit profitieren. Ladenlokale in der Kölner 1A-Lage sind daher äußerst begehrt, gerade bei kleinen und sehr großen Verkaufsflächen herrscht ein weit überdurchschnittliches Preisniveau. Die Miete für ein 80 bis 120 Quadratmeter großes Ladenlokal liegt mittlerweile bei bis zu 260 Euro pro Quadratmeter. Das ist Platz sechs im deutschlandweiten Innenstadtranking von LÜHRMANN“, sagt Achim Weitkamp, geschäftsführender Gesellschafter am LÜHRMANN-Standort Düsseldorf.
Aktuelles
Die Fluktuation in Kölns besten Lagen ist dennoch höher als an vielen anderen Standorten. Ein Zeichen für den Mut der Mieter, der manchmal leider nicht belohnt wird, sowie den mitunter laborartigen Charakter der Bestlage. Erst vor wenigen Tagen schloss beispielsweise der deutschlandweit erste Congstar-Shop der Telekom. Erst gegen Ende 2010 in der Hohe Straße 96 eröffnet, erfüllte die Marke offenbar nicht die Erwartungen des Mutterkonzerns. Am prominent gelegenen Eck-Ladenlokal hat es vermutlich nicht gelegen, denn sonst würde es die Telekom nicht behalten und auf die Magenta-Farben der Mutter umflaggen.
Einer der weltweit ersten Stores seiner Art wird der Laden des jungen Modekonzepts Neo werden. Das offiziell als Adidas Neo firmierende Young-Fashionkonzept der Herzogenauracher Sportartikel-Gruppe hat dafür eine Fläche von rund 400 Quadratmetern in der Hohe Straße 120-122 angemietet. Bislang befand sich hier der US-amerikanische Fastfood-Anbieter Kentucky Fried Chicken. Noch laufen die letzten Umbauarbeiten, die Eröffnung wurde für dieses Frühjahr angekündigt.
Auch der spanische Schuhfilialist Coolway startet mit einer Neueröffnung in der Hohe Straße seine Geschäftstätigkeit in Deutschlands Innenstädten. Das Unternehmen aus Valencia eröffnet ebenfalls im Frühjahr ein rund 215 Quadratmeter großes Ladenlokal in der Hohe Straße 108. Bisheriger Mieter war das Modelabel Biba.
Gerade erst trocken ist die Tinte unter dem Mietvertrag, den Thomas Sabo für ein Ladenlokal in dem Geschäftshaus Hohe Straße 143 unterschrieben hat. Der Schmuckdesigner eröffnet nach einer kurzen Umbauphase voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres eine rund 65 Quadratmeter große Verkaufsfläche, die bislang durch das Haus der Geschenke genutzt wurde.
Seit kurzem können zudem die Hipster von Manchester bis Hürth ihre britischen Sohlen von Clarks wieder in Köln kaufen. Nach der Schließung des Ladens in der Breiten Straße vor gut zwei Jahren, versucht es der Schuhhändler erneut und eröffnete in der Hohe Straße 103 seinen vierten deutschen Flagship-Store. Der Laden wurde zuvor von dem ebenfalls britischen Damenmodenkonzept Jane Norman genutzt und verfügt über eine Verkaufsfläche von rund 240 Quadratmeter.
Seit diesem Winter befindet sich auch der bislang vorrangig aus Berlin bekannte Sneaker-Spezialist Isico Sports an der Hohe Straße 98. Das Unternehmen sicherte sich die ehemalige o2-Fläche.
Nicht genug bekommt offensichtlich die Bestseller-Gruppe von der Kölner Innenstadt. Die Konzepte Jack&Jones und Vero Moda sind mittlerweile mit drei Läden in der 1A-Lage anzutreffen, denn erst kürzlich eröffnete das dänische Unternehmen einen 1.000-Quadratmeter-Store über zwei Etagen auf der Hohe Straße 115. Hier befand sich zuvor ein Mexx-Ladenlokal. Schon im September des letzten Jahres eröffnete darüber hinaus der australische Young Fashion-Filialist Cotton On ein Ladenlokal auf der Hohe Straße 68, das bis dahin von Score genutzt wurde. Ebenfalls im Herbst hat der Bademode- und Strumpfspezialist Calzedonia ein Ladenlokal in der Hohe Straße 158 eröffnet.
Eine der meistbeachteten Neueröffnungen des letzten Jahres war definitiv die des zweiten deutschen Bershka-Stores auf der Schildergasse. Was für ein Segen für die Fans des Inditex-Labels, schließlich müssen die angesagten Klamotten seit November nicht mehr aus Rom, Paris, London oder Berlin importiert werden. Vormieter des 1.100 Quadratmeter-Ladens an der Schildergasse 46-48 war ebenfalls der Textilhändler Mexx.
Kurz zuvor waren schon Adidas und Promod in die Projektentwicklung der Hochtief AG an der Schildergasse 84a gezogen. Einige Meter weiter, an der Schildergasse 78, hat kurz darauf der Optiker Fielmann sein fünfstöckiges Supercenter für die schier unendliche Auswahl an insgesamt 15.000 Brillen eröffnet.
In Planung ist derzeit die Eröffnung eines rund 250 Quadratmeter großen Flagship-Stores von Vodafone D2. Standort wird die Eckfläche in der Schildergasse 69-73 werden, bislang genutzt von der Kölner Goldkopf Parfümerie und der Goldkopf Apotheke.
Wer im Frühsommer auf den Lederwarenhändler Nierhaus in dem 550 Quadratmeter umfassenden Ladenlokal an der Schildergasse 86-88 folgt, bleibt hingegen weiter unbekannt. Fest steht nur, dass die Fläche vermietet wurde.
Kölns Vorzeige-Trendmeile ist und bleibt die Ehrenstraße, auch wenn die Lage in letzter Zeit etwas von ihrem Szene-Flair eingebüßt hat und die wirklich neuen Konzepte immer weiter in Richtung Hohenzollernring gedrängt werden. Dennoch, die Ehrenstraße zieht noch immer außerordentlich spannende Läden an, wie zuletzt den Lomography Store. Im ehemaligen 40-Quadratmeter-Ladenlokal von Bree an der Ehrenstraße 57 finden sich seit diesem Winter ein breites Sortiment an lomographischen Kameras, Accessoires und Filmen.
Auf schicke Lederaccessoires müssen die Kölner jedoch nicht verzichten. In unmittelbarer Nähe, an der Ehrenstraße 88, eröffnet in diesem Frühjahr das Berliner Label Liebeskind ein rund 100 Quadratmeter großes Ladenlokal. Die Fläche wurde vom italienischen Jeanslabel Energy übernommen.
Auch Scotch & Soda hat sich die Köln Ehrenstraße als Standort ausgesucht. In der Ehrenstraße 61-63 haben die Niederländer einen 140 Quadratmeter großen Laden, ehemals Store des Modelabels Limit, eröffnet. Einen Farbtupfer setzt zudem die Eröffnung des nach Amsterdam und Berlin insgesamt dritten Flip-Flop-Stores. Das aus Pirmasens stammende Unternehmen zieht dieser Tage in die 100 Quadratmeter Verkaufsfläche in der Ehrenstraße 46, direkt neben Kauf dich glücklich. So gut wie fertig ist darüber hinaus das Development Partner-Neubauprojekt an der Ehrenstraße 100. Neumieter der rund 600 Quadratmeter umfassenden Einzelhandelsfläche wird der Boardsporthändler Planet Sports. Eröffnung ist noch in diesem Frühjahr.
Neu in der Mittelstraße ist Navyboot. Das Schuh- und Lederwaren-Label aus Zürich hatte zum Dezember in der Mittelstraße 30 einen 120 Quadratmeter-Store vom Schuhhändler La Vetrina übernommen und testet hier sein neues Ladenbau-Konzept.
Projekte
Schon im letzten Jahr wurde das Geschäftshaus an der Hohe Straße 100-102 abgerissen. Der Eigentümer, die Aachener Grundvermögen Kapitalanlagegesellschaft, lässt an dem ehemaligen Snipes-Standort nun eine vollständig neue Einzelhandelsimmobilie errichten. Während die Fertigstellung für den Sommer geplant ist, steht mit dem französischen Surf-Label Quiksilver auch schon ein Mieter fest.
Nach dem Erwerb der Neumarkt Galerie im letzten Jahr plant der neue Eigentümer, das Private Equity-Unternehmen Signature, nun eine umfassende Revitalisierung des mit rund 60 Geschäften auf einer Gesamtfläche von mehr als 33.000 Quadratmetern größten Shopping Centers in der Kölner Innenstadt. Mit dem Umbau, der während des laufenden Betriebs stattfinden wird, soll gleichzeitig eine Neupositionierung des Hauses mit der umgestülpten Eistüte stattfinden, heißt es aus dem Investorenumfeld.
Prognose
Achim Weitkamp: „ Köln wird in jedem Fall eine wachstumsstarke Stadt mit guten Zukunftschancen bleiben, in der sich die positive Marktentwicklung in der besten Innenstadtlage weiter fortsetzt und weiterhin erstklassige Spitzenmieten erzielt werden. Vor allem in der Schildergasse werden Ladenlokale auch in diesem Jahr wieder sehr stark nachgefragt, das zeigt sich schon jetzt, in den ersten Wochen des neuen Jahres.“
Aber auch die anderen Einkaufsstraßen, allen voran die Hohe Straße und die Ehrenstraße bleiben weiter hochattraktiv für den Einzelhandel, das zeigen nicht zuletzt die aktuellen Neuvermietungen. Im Zuge dieser Entwicklung werden wohl auch die Spitzenmieten weiter steigen. Der Einzelhandel ist und bleibt eben ein fester Bestandteil des Kölner Stadtlebens, genau wie der Rhein, der Dom und (zumindest einmal im Jahr) der Karneval.
Tags
Köln, Marktentwicklung, LÜHRMANN, Achim Weitkamp, Einzelhandel
Kategorie
Für Sie gelesen
Verbinden | Fragen | Kommentieren
Bernd Eger (DEAL-Magazin Real Estate | Investment | Finance)
hat die Pressemeldung Innenstadt Köln: Et Trömmelche jeht! angelegt.
Als Kontakt hinzufügen | Mit Unternehmen verbinden | 19.02.2012, 10:06









