27.01.2012

Retail-Markt Frankfurt: Einzelhandels-Nachfrage noch einmal deutlich gestiegen


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Retail-Markt, Frankfurt, Christoph Scharf, BNP Paribas Real Estate, ONE Gotheplaza, Einzelhandel




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Nachdem bereits in der zweiten Jahreshälfte 2010 die Nachfrage anzog, hat sich dieser Trend im vergangenen Jahr noch einmal spürbar beschleunigt. Das ergibt der Retail Market Report 2012 zur Entwicklung deutscher Einzelhandelsstandorte im vergangenen Jahr, den BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) Anfang März veröffentlichen wird.

„Neben den traditionell starken Textilfilialisten hatten vor allem Luxuslabels und Schmuckanbieter ein überproportional großes Interesse an Frankfurt“, erläutert Christoph Scharf, Bereichsleiter Retail-Vermietung von BNP Paribas Real Estate. „So mietete Louis Vuitton einen Flagship-Store im Neubauvorhaben ONE Gotheplaza am Goetheplatz, was eine Signalwirkung für das gesamte Projekt entfalten dürfte.“ Auf der Zeil sicherte sich Fossil 800 Quadratmeter, und das französische Traditionslabel Longchamp eröffnete einen 220-Quadratmeter-Store in der Goethestraße. Zu den größten Abschlüssen gehörte darüber hinaus die Anmietung von Leiser Schuhe über 1.600 Quadratmeter auf der Zeil. „Die große Nachfrage von Luxuslabels spiegelt auch die ausgesprochen erfreuliche gesamtwirtschaftliche Entwicklung wider, die nach der Krise 2009 schnell an Fahrt gewonnen hat“, so Scharf.

Bei der Anzahl der Mietverträge belegten Textilunternehmen mit einem Anteil von knapp 48 Prozent den ersten Platz. Die Branche Lederwaren/Schuhe kam mit fast 29 Prozent auf den zweiten Rang, gefolgt von den Kategorien Schmuck und Dienstleistungen (beide rund 10 %). Mit 5 Prozent verloren Gastronomiebetriebe dagegen gegenüber dem Vorjahr (13 %). Etwa zwei Drittel aller Verträge entfällt auf mittelgroße Shops zwischen 60 und 500 Quadratmeter, wobei auf der Größenklasse von 60 bis 120 Quadratmeter eindeutig der Schwerpunkt liegt (knapp 29 %). Große Abschlüsse mit mehr als 1.000 Quadratmetern kommen immerhin noch auf einen Anteil von knapp 10 Prozent, fast ein Fünftel (19 %) aller Anmietungen verbuchten kleine Flächen bis 60 Quadratmeter.

Weiterhin angespannte Angebotssituation – Spitzenmieten im Aufwind

Obwohl dem Frankfurter Markt in den vergangenen Jahren erheblich neue Flächen zugeführt wurden, unter anderem durch das rund 42.000 Quadratmeter große Shopping-Center MyZeil, bleibt die Angebotssituation weiter sehr angespannt. In den absoluten Top-Lagen steht der unverändert großen Nachfrage kein ausreichendes Angebot gegenüber. Dies gilt sowohl für hochwertige Niveaulagen wie der Goethestraße oder dem Steinweg als auch für frequenzstarke Konsumlagen wie der Zeil und der Fressgass’ (Große Bockenheimer Straße/Kalbächer Gasse). „Auch wenn sich aktuell knapp 31.000 Quadratmeter neue Flächen im Bau oder kurz vor Baubeginn befinden, wird sich an der grundsätzlichen Unterversorgung mit hochwertigen Flächen tendenziell wenig ändern, nicht zuletzt deshalb, weil einige der Neubauflächen bereits vergeben sind“, erläutert Scharf. „Zu den attraktivsten und spannendsten Bauvorhaben gehört ohne Frage das ONE Goetheplaza, in dem insgesamt rund 5.000 Quadratmeter moderne Einzelhandelsfläche entstehen werden.“ Darüber hinaus kommen mit den Neubauten auf der Zeil 123 und am Rossmarkt 10 neue Flächen wieder auf den Markt. „Das mittelfristig wichtigste Projekt ist aber die Entwicklung des Skyline Plaza im Europaviertel, wo bis zu 40.000 Quadratmeter neue Retail-Fläche geplant sind.“

Wie auch an anderen Standorten in Deutschland sind die Spitzenmieten aufgrund der starken Nachfrage bei unverändert knappem Angebot weiter gestiegen. Wieder an erster Stelle liegt die Zeil, wo 300 Euro pro Quadratmeter für einen idealtypischen 100-Quadratmeter-Standardshop erzielt werden können. Gegenüber Ende 2010 entspricht dies einem Anstieg um 11 Prozent, womit Frankfurt den mit Abstand höchsten Mietpreisanstieg aller deutschen Top-Standorte aufweist. Aber auch die Höchstmieten in den übrigen A- Lagen wie Goethestraße (240€/m²), Fressgass’, Biebergasse (230 €/m²) oder Steinweg (210 €/m²) legten um etwa 5 Prozent zu. Gleiches gilt tendenziell auch für die Durchschnittsmieten in den 1A- und 1B-Lagen der City. „Anders ist die Situation allerdings in den schwach frequentierten Nebenlagen, wo teilweise deutliche Mietpreisrückgänge zu beobachten sind“, so Scharf.

Perspektiven für 2012 optimistisch

„Auch für dieses Jahr deutet alles auf eine unverändert starke Nachfrage in Frankfurt hin, vor allem aufgrund des regen Interesses internationaler Filialisten“, prognostiziert Christoph Scharf. „Mit einigen der neu auf den Markt kommenden Flächen wird die Qualität des Frankfurter Einzelhandelsangebots steigen und manche Standortbereiche erheblich an Attraktivität gewinnen. Mittelfristig dürften hiervon weitere positive Impulse für das unmittelbare Umfeld dieser Lagen ausgehen. Unabhängig davon wird die Angebots- und Nachfrage-Situation in den bevorzugten Frankfurter Top-Lagen im nächsten Jahr grundsätzlich angespannt bleiben. Vor diesem Hintergrund ist auch 2012 ein leichter Anstieg der Spitzenmieten ziemlich wahrscheinlich.“

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